Refugee Education Chios

Das Bildungsprojekt „Refugee Education Chios“ entstand als Reaktion auf die hoffnungslose Lage der flüchtenden Menschen auf der Insel Chios – einem Brennpunkt auf der Fluchtroute nach Europa. Während die Geflüchteten von Unsicherheit über die Zukunft, undurchsichtigen Asylprozeduren und menschenunwürdigen Zuständen in den Camps entmutigt wurden, sahen wir unter den Kindern ein dringendes Bedürfnis nach Struktur im Alltag, Lernmöglichkeiten und geregelter sozialer Interaktion.

BAAS verfolgt mit diesem Projekt zwei Hauptziele: erstens bieten wir den Kindern einen sicheren Raum, in welchem sie sich selbst als Kinder wieder entdecken können. Die behütete Anleitung zum Lernen, Spielen und gemeinsamen Aktivitäten gibt ihnen die Unschuld zurück, die sie sich im täglichen Überlebenskampf des Camps nicht leisten können. Zweitens werden in Englisch-, Mathematik- und Projektunterricht  die Sprache und Konzentration sowie motorische und kognitive Potentiale geschult und die Vorstellungsgabe der Kinder und Jugendlichen angeregt.

Am 23. Mai 2016 öffnete das erste Schulgebäude seine Pforten für etwa 25 Kinder; aufgrund des riesigen Bedarfs weiteten wir unser Angebot schnell aus und betreiben seit November 2016 zwei Schulgebäude und ein Jugendhaus und binden bis zu 350 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 22 Jahren ein.

Primarschule

In der Primarschule bieten wir 120 Kindern zwischen 6 und 11 Jahren liebevolle und kindgerechte Räumlichkeiten. Viele dieser Kinder haben noch nie zuvor eine Schule besucht und werden von BAAS darauf vorbereitet, hoffentlich eines Tages einen regulären Schulalltag erfolgreich zu bestreiten.

High School

In unserer High School haben 100 Teenager im Alter von 12 bis 20 nach Jahren von Flucht und Krieg wieder Spaß am Lernen. In Englisch-lektionen und einem vielfältigen Curriculum von Kultur- und Projektunterricht sowie durch Kunst, Musik und Fotografie geht auch die immense Kreativität der jungen Menschen nicht verloren.

Jugendzentrum

Unser Jugendzentrum ist der Lieblingsort von 120 Jugendlichen. Diese – oft unbegleiteten – jungen Menschen zwischen 14 und 22 sind oft den größten Risiken in ihrem Alltag ausgesetzt. Sie lernen in diesem Raum, sich im Gegensatz zur gewaltsamen Camp-Atmosphäre ein Miteinander zu schaffen, das von Vertrauen und Respekt geprägt wird.

Wir setzen uns ein

Die BAAS-Schulen und das Jugendzentrum werden wir bis mindestens ende Januar 2018 weiter betreiben und dafür sorgen, dass jedes flüchtende Kind und jeder flüchtende Teenager auf Chios sich selbst als kreativ, unbeschwert und neugierig wieder entdeckt. Denn wir können und wollen nicht eine ganze Generation wissbegieriger junger Menschen verlieren, die ein Grundrecht auf Bildung haben und mit ein wenig Hilfe einen großen Beitrag zur Zukunft der europäischen Gesellschaften leisten werden.